Der Verein Studiengesellschaft für Friedensforschung e.V. München
Gründung 1958
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| Die STUDIENGESELLSCHAFT wurde 1958 gegründet - zu einem Zeitpunkt
heftiger politischer Auseinandersetzungen um die Eingliederung der
Bundesrepublik in die atomaren Verteidigungsstrategien des Westens und
der atomaren Bewaffnung der Bundeswehr. Es lagen erst bescheidene
Ansätze zur wissenschaftlichen Erhellung der Ursachen des Krieges und
der Bedingungen des Friedens vor. Eine deutsche Friedensforschung gab
es noch nicht. Unter der Leitung ihrer Initiatorin und langjährigen
Vorsitzenden, der Psychotherapeutin Christel Küpper, sah die
STUDIENGESELLSCHAFT damals ihre erste Aufgabe darin, Krieg und Frieden
als legitime Themen wissenschaftlicher Forschung bewußt zu machen, um
der Entwicklung einer Friedensforschung den Weg bereiten zu helfen. |
| Schwerpunkte seit 1966 |
Das allgemeine Ziel der Arbeit der Studiengesellschaft:
In der Bevölkerung das kritische Denken und die eigene Urteilsbildung
auf der Basis sachlicher Information zu fördern, um so zu
ethisch-politischen Entscheidungen und verantwortlichem Handeln zu
kommen.
Arbeitsgebiete:
- Friedenspädagogik (theoretische und praktische Grundlagen, didaktische Modelle)
- Sozialpsychologische Friedensforschung
- Umsetzung von Forschungsergebnissen in die pädagogische und publizistische Praxis
- Förderung der Zivilcourage zu verantwortlichem Handeln
- Förderung des Dialogs zwischen verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft
Wichtige Aufgabenfelder der Forschung:
- Rechtliche und ethische Grundlagen politischen Handelns
- Psychologische und sozialpsychologische Zusammenhänge politischer, gesellschaftlicher
und kultureller Prozesse,
- Erkennen unbewußter, destruktiver Kräfte in Politik und Gesellschaft
Zielgruppen:
Interessierte Bürger, Lehrkräfte aller
Schularten, Führungskräfte, Multiplikatoren aus den Bereichen
Pädagogik, Erwachsenenbildung, außerschulische Jugendarbeit,
Universität
Arbeitsmethoden:
Forschungsprojekte, Erarbeitung von Publikationen, Seminare, Tagungen, Vorträge, Beratung
von Lehrkräften und Studenten
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| Veränderungen in den 90er-Jahren |
Durch die Nachrüstungsdebatte und die Veränderung der politischen
Zielsetzung wurde die Friedensforschung und Friedenserziehung
erschwert. Der Arbeitsschwerpunkt lag deshalb von nun an in folgenden
Bereichen:
- "Initiativkreis Neue Sicherheitspolitik" (Diskussion der damals aktuellen
Sicher-heitspolitik und Suche nach Alternativen)
- "Arbeitsausschuss sozialpsychologische Aspekte des Friedens"
- Fortführung der langjährigen "Arbeitsgruppe Friedenserziehung"
- Herausgabe der "Denkanstöße" seit 1984 (Sachliche
Kurzinformationen zu aktuellen Themen der Friedens- und
Sicherheitspolitik, der Ökologie und der 3.Welt, die zu kritischer
Auseinandersetzung anregen sollen)
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| Rahmenbedingungen seit den 90er Jahren |
Die Auflösung des Warschauer Paktes, der Zerfall der Sowjetunion,
die Öffnung der Grenzen nach Osteuropa, die deutsche Einheit und eine
fortschreitende Globalisierung auf vielen Gebieten beeinflussten
zunehmend die Friedensarbeit.
In weiten Teilen der Bevölkerung schwand das Bewußtsein für die
Dringlichkeit des Einsatzes für den Frieden und das Interesse an der
Friedensarbeit ging allgemein zurück.
Während jedoch die wissenschaftlich-technische Entwicklung und
die damit verbundene Ausweitung des instrumentellen
Handlungsspielraumes explosionsartig fortschreitet, befindet sich das
ethische und politische Verantwortungsbewußtsein weltweit noch auf
geradezu archaischem Niveau. Das führt zu einem Dilemma, das überwunden
werden muss.
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| Darüber hinaus verstärken sich weltweit viele
Problemfelder: |
- Zunahme regionaler Konflikte und Auseinandersetzungen mit scheinbar
zwangsweiser Gewaltanwendung (ethnische, religiöse Konflikte, Kampf um
Ressourcen, soziale Spannungen)
- Attraktivität von Nationalismus und Chauvinismus (Fundamentalismus,
Rechtsradikalismus, Gewaltbereitschaft)
- Wachsendes Nord-Südgefälle
- Zuspitzung ökologischer Probleme mit machtpolitischer Dimension
- Rapides Anwachsen des Terrorismus als Form politischer Auseinandersetzung
- Zunehmende Bereitschaft zur Kriegsführung als legitimem Mittel der Politik
Angesichts dieser Situation und der Brisanz der Probleme ist die Arbeit der
Studiengesellschaft umso dringender.
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| Die Studiengesellschaft sieht ihre Aufgabe heute darin |
- objektiv über Sachzusammenhänge der friedenspolitischen Diskussion zu informieren
und Argumente kritisch zu überprüfen
- rechtliche, ethische, psychologische, soziale und ökologische Hintergründe
politischen Handelns aufzuzeigen
- unbewusste Kräfte in der Meinungsbildung und im politisch-sozialen Handeln
bewusst zu machen und konstruktiv mit ihnen umzugehen
- Ergebnisse der Friedens- und Konfliktforschung bekannt zu machen und die
gewaltfreie Kommunikation und friedliche Konfliktlösungen zu unterstützen
- mitzuhelfen, kriegerische Auseinandersetzungen durch vorausschauende Prävention
zu verhindern
- die Zusammenarbeit der Gruppen und Organisationen der Friedens-, Bürger- und
Ökologiebewegung zu stärken
- die Veröffentlichung der "Denkanstöße" und der Studienergebnissen in Buchform
fortzusetzen
Angesichts der politischen Situation und der Brisanz der
Probleme ist die Arbeit der Studiengesellschaft umso dringender. Bitte
helfen Sie dabei!
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| Die Studiengesellschaft für Friedensforschung |
- ist unabhängig (parteipolitisch, sozial, wirtschaftlich, wissenschaftlich, konfessionell)
- ist als eingetragener Verein als gemeinnützig anerkannt (Spenden sind steuerlich absetzbar)
- leistet ihre Arbeit durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter (Wissenschaftler, Experten aus unterschiedlichen
Fachbereichen, engagierte Menschen aller geselllschaftlichen Kreise) in
Vorstand, Beirat, Trägerkreis und Geschäftsstelle
- finanziert ihre Arbeit durch Mitgliedsbeiträge und Spenden
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Gerade weil die Studiengesellschaft Unabhängigkeit genießt, aber auch braucht, ist sie auf die
ideelle und materielle Förderung und die Mitarbeit von Menschen angewiesen, die ihre Anliegen und Ziele
mittragen. Jede Form der Unterstützung ist deshalb wichtig und willkommen.
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Studiengesellschaft für Friedensforschung e.V. München
Fritz-Baer-Straße 21, D-81476 München
Konto 141500-800, Postbank München, BLZ 70010080
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